Mythos Gästezimmer: Sinn und Unsinn des “4. Zimmers” für den Besuch

Gästezimmer

Es steht nach wie vor hoch im Kurs bei Käufern und Mietern von Wohnungen: „Wir brauchen unbedingt ein Gästezimmer für Familie oder Freunde“. Aber ist das wirklich in jeder Konstellation sinnvoll?

Es klingt verheißungsvoll: „Wir haben ein tolles Gästezimmer, wenn mal der Enkel zu Besuch kommt, oder die Schwiegermutter, oder gute Freunde.“ In der Praxis – das wissen wir aus langjähriger Erfahrung – bedeutet ein solches 4. Zimmer oft: Leerstand über weite Strecken des Jahres. Deshalb empfehlen wir, den Wunsch nach einem zusätzlichen Gästezimmer genauer zu hinterfragen, bevor die Entscheidung getroffen wird.

Sinnvoll ist das zusätzliche Zimmer immer dann, wenn es neben der vorgehaltenen Übernachtungsmöglichkeit für Gäste auch noch andere Funktionen erfüllt. Das kann zum Beispiel das Hobbyzimmer sein, die unverrückbar aufgebaute Modelleisenbahn oder das „Schnarchzimmer“ für den im Schlafzimmer ausgemusterten Ehemann.

Ist das Zimmer jedoch nur für die wenigen Male Besuch im Jahr gedacht, dann ist es immer preiswerter, ein Zimmer im Hotel nebenan zu buchen. Wir erleben auch immer häufiger, dass in Eigentümergemeinschaften für Besucher Gästewohnungen zur Verfügung stehen und diese auch sehr gern angenommen werden. Diese Möglichkeit gibt es zum Beispiel auch in unserem „Gaubenhaus“ in der Alten Baumwolle in Flöha, welches wir Ihnen im letzten Newsletter vorgestellt haben.

Nicht zuletzt ist es oft auch entspannter für beide Seiten, wenn zum Abend überall etwas Ruhe einkehrt und der nächste Tag wieder mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt. Auch dies ist – im Sinne geruhsamer Nächte – ein durchaus überlegenswerter Grund, auf ein reines Gästezimmer in der Wohnung zu verzichten.

(Bildquelle: Jacob Lund /shutterstock.com)