Immobilieneigentum: Sicher durch alle Krisen

Haus

Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie zeigt sich: Immobilieneigentum ist und bleibt ein sicherer Hafen in Krisenzeiten. Das zeigen aktuelle Daten. Und es wird auch mehr und mehr klar, dass Kaufinteressenten nicht bis nach der Krise warten sollten.

Wird die „Corona-Krise“ sich anders auf den Immobilienmarkt auswirken als andere Krisen? Bei dieser Frage gingen vor einem Jahr die Einschätzungen von Experten weit auseinander. Die einen prophezeiten einen Einbruch und große Turbulenzen, die anderen waren sicher, dass „Betongold“ sich auch in dieser Krise als Stabilitätsfaktor erweisen würde. Recht behielten die Letzteren, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt.

Im zweiten Quartal 2020, als wir alle zum ersten Mal mit geschlossenen Schulen, Kitas und Läden, unterbrochenen Lieferketten und Kurzarbeit in großem Stil konfrontiert waren, sind die Preise für Wohnimmobilien im Vergleich zum Vorjahresquartal nicht etwa gesunken oder stagniert, sondern um 6,6 Prozent gestiegen. Und auch im dritten Quartal, in dem sich negative Auswirkungen der Krise dann wirklich hätten zeigen müssen, änderte sich an diesem Trend nichts. Im Gegenteil: Die Zahlen des Statistischen Bundesamts wiesen sogar ein Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Es zeigt sich: Immobilien trotzen auch dieser Krise. Doch woran liegt das?

Der wohl wichtigste Grund, der diese Pandemie auch von anderen Krisen maßgeblich unterscheidet: Das Zuhause hat extrem an Bedeutung gewonnen. Plötzlich haben die Menschen so sehr wie noch nie vor Augen geführt bekommen, dass die Wohnung oder das eigene Haus der mit Abstand wichtigste Ort im Leben ist. Die eigenen vier Wände waren plötzlich auch Kita, Schule, Büro, Freizeiteinrichtung und vieles mehr. Entsprechend stark stieg das Bedürfnis, in diesen wichtigen Ort zu investieren. Und es spricht viel dafür, dass sich daran nicht viel ändern wird: Das Zuhause wird auch in Zukunft weit mehr als „nur“ ein Rückzugsort sein. Allein die massiven Veränderungen in der Arbeitswelt deuten klar darauf hin. War vor der Krise das arbeitsnahe Wohnen ein großer Wunsch, so ist es jetzt auf absehbare Zeit eher das wohnungsnahe Arbeiten. Ein Paradigmenwechsel, der das Zuhause neu definiert.

Ein weiterer Grund für die hartnäckige Krisenresistenz der Wohnimmobilie dürfte in den niedrigen Zinsen liegen. Gepaart mit Unsicherheiten an den Aktienmärkten, die durch den Wirecard-Skandal und „Corona“-Turbulenzen in der Wirtschaft verstärkt wurden, und einem Hoch beim Goldpreis, stellt sich für Anleger immer mehr die Frage: Welche Alternativen gibt es noch zum „Betongold“, dessen Renditeentwicklungen nach wie vor konkurrenzlos sind? Wann, wenn nicht jetzt, lohnt sich der Kauf einer Wohnung?

Nun fragt sich mancher Kaufinteressent: Sollte ich nicht vielleicht noch warten, ob die Krise in diesem Jahr doch noch auf den Immobilienmarkt durchschlägt – spätestens dann, wenn möglicherweise die große Insolvenzwelle kommt? Wer auf Gewerbeimmobilien schaut, könnte damit gut fahren, aber für Wohnimmobilien dürfte das keine gute Strategie sein. Hier werden die Preise, da sind sich die meisten Experten einig, auch in diesem Jahr nicht fallen, sondern weiter steigen. Zudem zeichnet sich immer stärker ein neuer Trend ab: Das Umland größerer Städte profitiert am stärksten und verspricht im Moment die höchsten Renditen. Das ist auch nicht verwunderlich: Wer auch nach der Pandemie die Möglichkeit hat, teilweise im Homeoffice zu arbeiten, wird weitere Arbeitswege gern in Kauf nehmen, wenn er sich dafür aufgrund der (noch) niedrigeren Preise im Umland eine entsprechend größere und besser ausgestattete Wohnung leisten kann. Standorte wie beispielsweise Flöha nahe der Großstadt Chemnitz oder Randlagen von Berlin werden verstärkt in den Fokus rücken. Deshalb heißt es hier ganz besonders: schnell sein und Rendite sichern.