Geld sparen beim Immobilienkauf: Ein neues Gesetz hilft

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Nicht alle Gesetze sind so verbraucherfreundlich wie das neue Makler-Gesetz, das am 23.12.2020 in Kraft getreten ist. Käufer von Immobilien können damit künftig viel Geld sparen: Bei einer Wohnung im Wert von 500.000 Euro zum Beispiel winkt eine Ersparnis, die manchen überraschen dürfte.

Bislang musste der Käufer die gesamte Maklerprovision allein aufbringen. Ab sofort hat der Verkäufer die Hälfte dieses Maklerhonorars zu übernehmen. Für die Zukunft bedeutet die neue Regelung Folgendes:

Als ersten Schritt müssen Verkäufer und Makler einen schriftlichen Vertrag abschließen. Darin einigen sie sich eindeutig über die Vermarktung und die Höhe der vom Verkäufer zu zahlenden Provision. Dem Käufer bringt das die Sicherheit, dass der Makler auch tatsächlich berechtigt ist, diese Immobilie anzubieten.

Auch für den Käufer gibt es eine Änderung: Er muss, bevor der Makler nach dieser neuen Regelung tätig werden darf, erst bestätigen, dass er mit diesem Makler einen Vertrag eingehen möchte zu den Konditionen, die er mit dem Exposé erhalten hat. Ein schriftlicher Vertrag ist nicht erforderlich, es reicht eine E-Mail, dass er mit diesen Bedingungen einverstanden ist. Direkt nach seiner Bestätigungsmail erhält er vom Makler auch alle relevanten Unterlagen und Informationen. Konkludentes Verhalten wie bisher reicht nicht mehr aus.

Das Gesetz bringt also dem Käufer mehrere Vorteile:
1. Er hat die Sicherheit, tatsächlich mit dem berechtigten und vom Verkäufer beauftragten Makler zu verhandeln. Verstößt der Makler gegen diese Vorschrift, begeht er eine Straftat!
2. Er spart die Hälfte der Provision.

Der zweite Punkt ist auch deshalb ein entscheidender Vorteil für den Käufer, weil die Maklercourtage immer als Eigenkapital erbracht werden muss. Banken haben diesen Betrag selten mitfinanziert. Rechnet man es an einem Modell durch, kommt für Käufer eine beachtliche Ersparnis heraus: Bei einer Wohnung, die für 500.000 Euro beurkundet wird, müssen knapp 18.000 Euro weniger an Provision gezahlt werden.

Der Gesetzgeber bezweckt mit dieser Gesetzesänderung, dass mehr Menschen in die Lage versetzt werden, eine Immobilie erwerben zu können. Sicherlich ein wichtiger Schritt: Wenn Käufer weniger Eigenkapital für den Kauf einer Immobilie einsetzen müssen, wird sich die Eigentümerquote erhöhen. Damit werden – ein beabsichtigter Nebeneffekt – auch die sehr angespannten Mietmärkte entlastet. Denkt man allerdings ein paar Jahre zurück, so wird schnell klar, dass es durchaus bessere Instrumente gegeben hätte. In den 80er Jahren lag die Grunderwerbsteuer für selbstgenutzte Immobilien in der Bundesrepublik bei 0% (in Worten: null Prozent). Damit ließe sich die staatliche Zielsetzung noch schneller erreichen. Aber so weit wollte der Fiskus wohl doch nicht gehen und auf diese Steuer gänzlich verzichten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Sie haben Fragen zum neuen Gesetz und zu den Auswirkungen in der Praxis? Gern informieren wir Sie über alle Details. Sprechen Sie uns einfach an.